| Edgar
Ende war ein "visionärer" Maler. Er schöpfte seine Bildmotive
völlig frei aus seiner eigenen Innenwelt heraus, ohne auf Stil und Inhalte
zu achten, die gerade en vogue waren. "Schließe die Augen, um
das wahre Bild mit dem geistigen Auge wahrzunehmen und das, was du siehst,
ans Licht zu bringen". Dieser Satz von Caspar David Friedrich ist auch
für das schöpferische Vorgehen von Edgar Ende charakteristisch.
Der Künstler zog sich in eine Dunkelkammer
zurück, wo er, erst einmal den logischen Faden seiner Gedanken unterbrechend,
einen Zustand der absichtslosen und willensfreien Wachheit herstellte, bei
dem in seinem Kopf Bilder von extremer Schärfe und Klarheit erschienen.
Von diesem "Fang" - wie ihn sein Sohn, der Schriftsteller Michael
Ende, nannte - kehrte Edgar Ende in der Regel mit einem Heft voller Skizzen
zurück. Nicht alle werden zu fertigen Bildern verarbeitet; die Skizzen
werden archiviert und nach einiger Zeit wieder hervorgeholt, nach Monaten,
nach Jahren. |
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