EDGAR ENDE - Visionäre Malerei
 
 
Edgar Ende war Künstler aus Berufung. Er hat ein Leben lang gemalt, konzentriert und konsequent. Sein Lebenswerk ist also entsprechend umfangreich und vielfältig. Bedauerlicherweise ist während einer Bombennacht in München Endes Atelier zerstört worden. Dabei wurden mehrere Hundert Werke zerstört. Andere Werke sind während des Krieges verloren gegangen bzw. aus dem Ausland nicht mehr zurückgekehrt. Das Gesamtwerk des Malers wird auf zirka 1.200 Werke geschätzt.
 
Edgar Ende war ein "visionärer" Maler. Er schöpfte seine Bildmotive völlig frei aus seiner eigenen Innenwelt heraus, ohne auf Stil und Inhalte zu achten, die gerade en vogue waren. "Schließe die Augen, um das wahre Bild mit dem geistigen Auge wahrzunehmen und das, was du siehst, ans Licht zu bringen". Dieser Satz von Caspar David Friedrich ist auch für das schöpferische Vorgehen von Edgar Ende charakteristisch. Der Künstler zog sich in eine Dunkelkammer zurück, wo er, erst einmal den logischen Faden seiner Gedanken unterbrechend, einen Zustand der absichtslosen und willensfreien Wachheit herstellte, bei dem in seinem Kopf Bilder von extremer Schärfe und Klarheit erschienen. Von diesem "Fang" - wie ihn sein Sohn, der Schriftsteller Michael Ende, nannte - kehrte Edgar Ende in der Regel mit einem Heft voller Skizzen zurück. Nicht alle werden zu fertigen Bildern verarbeitet; die Skizzen werden archiviert und nach einiger Zeit wieder hervorgeholt, nach Monaten, nach Jahren.