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"Die
moderne Kunst", schreibt Edgar Ende in seinen autobiographischen
Schriften, "führt zu neuen, nie bewusst betretenen Gefilden.
Ein Abenteuer ist die Kunst, ein Vorstoß ins Unbekannte, eine Begegnung
mit Dämonen und Engeln."
Das Werk Edgar Endes gehört zu den bedeutendsten künstlerischen
Äußerungen der deutschen Malerei im 20. Jahrhundert. Es gilt
heute, nach mehr als zwei Jahrzehnten des Vergessens, als ein Meilenstein
der phantastischen und visionären Kunst. Nicht zuletzt seinem Sohn,
Michael Ende, der als Autor u.a. der "Unendlichen Geschichte"
Weltruhm erlangte, ist es zu verdanken, dass das Werk Edgar Endes allmählich
den Platz in der Kunstgeschichte einnimmt, der ihm zusteht.
Wie
William Blake oder Orell Füssli, so verfügte auch Edgar Ende
über die Gabe einer inneren Vision. Sein Werk ist deshalb der Tradition
der so genannten visionären Kunst zuzuordnen und weist Entsprechungen
zum Magischen Realismus und zur Neuen Sachlichkeit auf, auch wenn sein
Werk diesen Richtungen, wie im übrigen dem Surrealismus, nicht zuzuordnen
ist. Kein Symbolismus also, keine sinnbildliche Darstellung von abstrakten
Themen oder anderen Erscheinungen der Realität.
Für Edgar Ende waren seine Bilder "prälogisch", wie
er es selbst nannte. Sie stammten für ihn aus einer Schicht des Bewußtseins,
das vor dem Gedanken existiert: Edgar Endes Malerei stellt keine Auseinandersetzung
mit der realen Welt und ihren kulturellen, sozialen oder historisch bedingten
Strukturen dar, sondern ein Eindringen in den Kosmos geistiger Welten.
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